Die Symptome der Fructoseintoleranz

Dürfen wir Klartext reden?

Die Symptome der Fructoseintoleranz sind unangenehm und werden häufig tabuisiert. Dabei ist es wichtig genau auf sie zu achten, um zu lernen was der Körper verträgt und braucht und was nicht.

Ständige Bauchschmerzen, unangenehme Blähungen, häufiger Durchfall oder Verstopfung sind zumeist die auffälligsten Symptome aufgrund derer eine Fructoseintoleranz entdeckt wird.

Aber die Symptome der Fructoseintoleranz können noch ganz andere Ausprägungen haben. Es gibt leichte Symptome, die schon so lange bestehen, dass man sie kaum mehr wahrnimmt. Oder Symptome, die nicht direkt mit dem Verdauungssystem in Zusammenhang stehen und deswegen gar nicht mit der FI assoziiert werden. Daher ist es hilfreich einen groben Überblick über die möglichen Symptome zu haben.

 

Welche Symptome der Fructoseintoleranz gibt es?

Direkt mit dem Verdauungstrakt assoziierte Symptome:

  • Durchfall
  • Verstopfungen (auch im Wechsel mit Durchfall)
  • Stark aufgeblähter Bauch
  • Übelriechende Blähungen
  • Mundgeruch
  • Bauchschmerzen, Magenkrämpfe und Übelkeit
  • Gluckern/Grummeln des Verdauungstraktes

Indirekte Symptome (die häufig übersehen/ nicht in Zusammenhang gebracht werden):

  • Kopfschmerzen/Konzentrationsschwierigkeiten/Nebel
  • Hautprobleme (z.Bsp. Akne)
  • Brüchige und rissige Fingernägel
  • ständige oder sehr starke Müdigkeit
  • Schwaches Immunsystem
  • Niedergeschlagenheit/Antriebslosigkeit bis hin zu Depressionen
  • Schwaches Nervenkostüm 
  • Nervosität/innere Unruhe
  • Heißhunger auf Süßes

 

Wie entstehen die Symptome?

Einige Ursachen der oben aufgelisteten Symptome sind gut bekannt und wissenschaftlich geklärt. Dazu gehören etwa Durchfälle, Blähungen und Niedergeschlagenheit.

Weniger eindeutig ist die Entstehung von Symptomen wie Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und Nervosität.

Blähungen/aufgeblähter Bauch

Bei einer Fructosemalabsorption funktionieren ist der Abtransport der Fruktose aus dem Darm gestört (genauere Infos gibt es hier). Die Fruktose gelangt so zu großen Teilen in den Dickdarm, wo sie von den dort lebenden Bakterien verstoffwechselt wird. Dabei produzieren sie große Mengen an Gasen, die den Bauch aufblähen und natürlich entweichen müssen. Der Druck des Gases auf die Darmwand kann außerdem Bauchschmerzen verursachen.

Mundgeruch

Entsteht ebenfalls wie die oben beschriebenen Blähungen durch die von Bakterien gebildeten Gase bei der Verstoffwechslung von Fruktose. Methan und Wasserstoff können nicht nur durch unangenehme Blähungen ausgestoßen werden, ein Teil dieser Gase wird über die Lunge abgeatmet und kann so zu Mundgeruch führen.

Durchfall

Fruktose ist osmotisch aktiv. Das bedeutet ihre Anwesenheit in größerer Konzentration zieht Wasser nach sich. Wird die Fruktose im Dünndarm nicht resorbiert und gelangt zu großen Teilen in den Dickdarm, strömt Wasser in das Darminnere und verflüssigt den Stuhl.

Niedergeschlagenheit/Depression

Bei länger bestehender Fructoseintoleranz, besonders wenn diese unentdeckt und unbehandelt bleibt, kann es zu depressiven Verstimmungen bis hin zu Depressionen kommen.

Es gibt zwar bisher keine aussagekräftigen Studien über einen Zusammenhang, aber Wissenschaftler vermuten, dass auch hier die im Darm verbleibende Fructose verantwortlich ist. Diese reagiert dort mit der Aminosäure Tryptophan, welche ein Hauptbestandteil des “Glückshormons” Serotonin ist. Das so entstehende Molekül aus Fruktose und Tryptophan kann nicht aus dem Darm aufgenommen werden. Es kommt zu einem Tryptophanmangel, der wiederum zu einem Serotoninmangel führt. Vereinfacht gesagt “klaut” die Fruktose Bestandteile eines wichtigen Glückshormons.

Andere Symptome

Viele weitere Symptome können durch eine Mangelernährung entstehen, wenn sehr wenige Lebensmittel vertragen werden. Weiterhin werden hin und wieder Zink- und Folsäuremängel mit einer Fructoseintoleranz assoziiert, was sich sowohl auf das Immunsystem als auch auf die Haut auswirken kann.

Stress bei der Ernährung, ständige Verdauungsbeschwerden und Bauchschmerzen können sich stark auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken und Nervosität, Kopfschmerzen und Launenhaftigkeit auslösen.

 

Wann treten Symptome auf?

Das Auftreten von Symptomen ist besonders nach der Karenz ein wichtiges Indiz, wenn man sich an seine individuelle Verträglichkeit herantastet. Vor allem beim Testen eines neuen Lebensmittels ist es gut zu wissen, wann Symptome auftreten können.

Leider ist auch diese Frage nicht pauschal zu beantworten. In einigen Fällen kann es schon etwa eine halbe Stunde nach der Aufnahme von Fruktose zu Symptomen kommen. Aber auch bis zu 72 Stunden später können sich noch Auswirkungen bemerkbar machen. Deswegen ist bei der Einführung neuer Lebensmittel darauf zu achten ausreichend Zeit verstreichen zu lassen, bevor man es als verträglich einstuft.

 

Ich habe Symptome, die hier nicht aufgelistet sind

Grundsätzlich sind die Symptome einer Malabsorption sehr individuell. Ebenso wie die Verträglichkeit verschiedener Lebensmittel, kann auch die Art und Ausprägung von Symptomen bei Betroffenen sehr unterschiedlich sein. Deswegen kann es durchaus sein, dass auch völlig andere Symptome auf eine FI zurückzuführen sind.

Im besten Fall führt man ein Ernährungstagebuch und notiert neben den Mahlzeiten auch die Symptome. So kann man leicht identifizieren ob es einen Zusammenhang gibt.

Bestehen untypische Symptome über einen längeren Zeitraum, ist es aber immer wichtig ärztlichen Rat einzuholen!

 

Fazit:

Die Symptome können je nach Menschen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Fest steht aber, dass sie teilweise eine hohe Belastung des Alltags darstellen und in einigen Fällen sogar zu einer sozialen Abgrenzung führen können. Etwa, wenn man sich aus Angst vor unangenehmen Blähungen nicht mehr traut mit den Freunden ins Kino zu gehen. Oder ständige Müdigkeit und Kopfschmerzen einem jegliche Lust an Unternehmungen rauben. Oder man sein soziales Leben nur noch nach der nächsten Toilette ausrichtet. 

In diesem Fall ist es wichtig sich kompetente, ärztliche Hilfe zu holen. Das Wiedererlangen der Lebensfreude ist mindestens so wichtig wie die Eindämmung der körperlichen Symptome!

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