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Essen wir zu viel Fructose?

Hier ein Stück Wassermelone, da ein Apfel und dann noch ein Glas Cola oder Limonade. Als Mensch mit Fructosemalabsorption bekommt man die Quittung meist sofort. Aber auch Menschen, die nicht offiziell an einer Fructosemalabsorption leiden, können durch den Verzehr von größeren Mengen Fructose die bekannten Probleme erleiden. Bauchschmerzen, ein aufgeblähter Bauch und Durchfall können auch Menschen mit einer sonst gesunden Verdauung nach dem Verzehr einer zu großen Menge Fructose treffen. 

 

Immer mehr Fructose in der Nahrung

Das größte Problem ist und bleibt die steigende Menge an Fructose in unserer Nahrung. Besonders in den USA, aber auch in Europa geben Lebensmittelhersteller vermehrt Fructose in ihre Lebensmittel. Dies liegt zum einen an dem günstigen Preis: Fructose hat eine deutlich stärkere Süßkraft als Glucose oder Haushaltszucker. Dadurch benötigt man kleinere Mengen. Zum anderen sind die Transport- und Lagereigenschaften günstig. Immer mehr Fertigprodukte und vor allem Softdrinks werden mit Fructose in Form von Fructose-Glucose Sirup gesüßt. 

Der durchschnittliche Amerikaner nimmt täglich etwa 100 Gramm Fructose zu sich – hauptsächlich in Form von Softdrinks. Dies kann auch bei gesunden Menschen zu einer unangenehmen Reaktion des Magen- Darm Traktes führen. 

Auch ohne diese Symptome steht Fructose im Verdacht einige Krankheiten zu begünstigen, darunter etwa eine Fettleber, durchlässige Darmwände aufgrund von Entzündungen und natürlich die Fructosemalabsorption. Ein dauerhaft stark erhöhter Konsum von Fructose kann also definitiv schädlich sein, auch wenn man nicht unter Fructosemalabsorption leidet. 

 

Wie viel Fructose ist zu viel Fructose?

Wer unter Fructosemalabsorption leidet, weiß meist nach einiger Zeit sehr genau wie viel Fructose er verträgt und in welcher Form. Bei Menschen ohne Fructoseintoleranz liegt die Hemmschwelle in den meisten Fällen irgendwo zwischen 20 und 50 Gramm Fructose. In der Regel ist eine Dosis von etwa 25 Gramm Fructose pro Mahlzeit unbedenklich. Vorsicht ist besonders bei Fructose in flüssiger Form geboten: Smoothies, vor allem aber Fruchtsäfte enthalten zum einen oft den Fruchtzucker von viel mehr Früchten als man je auf einmal essen könnte (und wollte). Zum anderen handelt es sich um eine Portion reine Fructose, die nicht mit Fett oder Protein gemischt ist. Dadurch und durch die flüssige Form gelangt die Fructose viel schneller in den Darm und kann schlechter absorbiert werden. Probleme entstehen so schneller als bei Fructose in einer vollwertigen Mahlzeit mit Proteinen und Fett.

Natürlich sind und bleiben Obst und Gemüse gesund. Sie sind reich an Vitaminen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Wer sie verträgt, sollte ausreichend davon zu sich nehmen. 

 

Warum essen wir so gerne süß?

Unser Hunger nach Fructose und anderen Zuckern ist evolutionär bedingt. Zu den Zeiten unserer weit entfernten Vorfahren waren Fructose und Glucose Mangelware. Gleichzeitig ist unser Gehirn auf Glucose angewiesen und auch für den restlichen Körper bieten Zucker schnell verfügbare Energie.

Unsere Vorfahren mussten sich bei der Erkennung von energiereicher Nahrung auf die Geschmacksnerven verlassen. Bereits im Mutterleib werden Embryos durch den süßlichen Geschmack des Fruchtwassers darauf trainiert, dass Süßes unbedenklich ist. Süß = unbedenklich, bitter = giftig. Diese Vorliebe für die Geschmacksrichtung süß ist bis heute erhalten geblieben, obwohl uns Energie im Überschuss zur Verfügung steht.

 

Fazit: Essen wir zu viel Fructose?

Für die gestiegenen Mengen Fructose, die der moderne Mensch zu sich nimmt, sind die Transporter im menschlichen Darm schlicht nicht ausgelegt. Auch wer keine Fructosemalabsorption hat, sollte seinen Fructosekonsum im Blick behalten. Ein Übermaß an Fructose über längere Zeiträume hinweg, kann auch die Entstehung von Fettleber, Bluthochdruck oder Diabetes begünstigen.

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